Ethernet steckt man rein und es geht (irgendwie immer). Und man
nimmt dann ganz einfach Bandbreite satt in Form von Gigabit und das wird es schon richten.
(Wie bei den Bomben im Krieg, lieber zwei Nummern zu groß als zu klein und dann noch
daneben.)
Doch wie ist das mit "Quality Of Service" bei der Bildübertragung oder bei "Voice over
IP" ?
In der kleinen aber feinen deutschen Fachzeitschrift "Network
Computing" Ausgabe 5/2003 wurden im Labor von Real-World Labs an der FH
Stralsund echtzeitfähige Ethernet Hochleistungs LAN Switches getestet, im Prinzip
gequält, was denn im Ernstfall von der dicken Bandbreite wirklich übrig bleibt.
Von dem Marketing Zauberwort QOS ist dabei der Glanz und die
Hülle komplett weggebrochen. Von richtiger Qualitätssicherung wie im Prospekt
versprochen sei man noch Meilen weit entfernt, sagt der Tester.
Auch die US amerikanischen Tests beweisen, QOS über Giga-Ethernet ist eine
Hilfs-Krücke, die den Anforderungen auch in 2003 immer noch nicht gerecht wird. Aus
unserer (RDE-) Sicht ist es auch reichlich schwierig, bei einem auf Kollisionserkennung
basierendem Übertragungs- Protokoll so etwas einzubauen.
Einzig HP war mit seinem VG ANYLAN 1994 schon ein Stück weiter auf einem
vielversprechenden Weg in die Zukunft, ist aber leider gescheitert und auch schon Schnee
von gestern.
(VGanlyLAN ist (war) ein Mix aus Token Ring Technik und Ethernet, erstaunlich
intelligent gemacht und das auf Zweidraht Kupfer unverdrillt und ungeschirmt.)
Also landet man mit QOS Forderungen und hoher Bandbreite dann
doch wieder bei ATM und den 622 MBit und somit bei den alten Hasen, die
genau wissen, was da abgeht und was nicht.